8. – 10. Schuljahr

Christoph Maitzen

Mein Verhalten wirkt sich aus

Trinkwasserverbrauch in Deutschland

Im Unterricht und im Alltag begegnen den Schülerinnen und Schülern immer wieder die Prozentrechnung sowie die Informationsentnahme aus Texten, Tabellen und Diagrammen. Mein Anliegen war es, diese Inhalte innerhalb eines Sachkontextes aufzufrischen. Nebenbei sollten die Lernenden erleben, wie Mathematik zur Umwelterschließung und damit zu einem besseren Verständnis der Lebenswelt anhand authentischer Daten beitragen kann.
Ausgangspunkt für die Aufgabenumgebung „Trinkwasserverbrauch in Deutschland ist ein Informationsblatt (Material 1 ) mit verschiedenen Informationsdarstellungen zum Trinkwasserverbrauch. Es schließen sich fünf Aufgaben an, die unterschiedliche Aspekte zum Thema Trinkwasser vertiefen (Arbeitsblatt 1 ): Trinkwasserverbrauch und dessen Entwicklung, Veranschaulichung von Trinkwassermengen, Auswirkungen eines heißen Sommers und Vergleich der Nutzungen von Trinkwasser 1990 und 2017.
Sich dem Thema nähern
Im ersten Schritt machen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Informationsblatt vertraut. Hierzu haben sich jeweils zwei Lernende gegenseitig Teile des Blattes vorgelesen oder die Darstellungen beschrieben. Schnell haben sich Fragen ergeben, die wir in der Klasse sammelten:
  • Was ist der Unterschied zwischen Körperpflege und Baden/Duschen?
  • Was ist ein Kleingewerbe?
  • Weswegen taucht als Anteil Autopflege auf, obwohl unser Auto in der Waschanlage gewaschen wird?
  • Welche Wasserverbräuche werden unter Sonstiges zusammengefasst?
  • Warum verbrauchen die Deutschen immer weniger Trinkwasser?
  • Weswegen ist der Trinkwasserverbrauch 2003 höher als in den Jahren davor und danach?
Im anschließenden Unterrichtsgespräch hat die Lerngruppe einige Fragen selbst beantwortet. Die Aufführung des Anteils Autopflege ist historisch bedingt. Bis in die 1970er-Jahre wurden PKWs auf dem Privatgrundstück oder auf der Straße gewaschen. Heute ist dies aus Umweltschutzgründen nur unter Beachtung besonderer Auflagen möglich (z.B. keine chemischen Reinigungsmittel, Motorwäsche ist verboten).
Zum Rückgang des Trinkwasserverbrauchs haben die Schülerinnen und Schüler zunächst keine Ideen. Als das Gespräch aber auf die Gewohnheiten beim Toilettengang (Spültaste kurz oder lange drücken) und beim Geschirrspülen (Geschirr mit der Hand oder der Maschine waschen) kommt, wird die Sache klarer.
In der Aufgabenumgebung arbeiten
Anschließend arbeiten die Lernenden zu zweit oder zu dritt an den Aufgaben. Die Lösungen (Material 2 ) liegen auf dem Lehrkräftepult zum Vergleich aus. Einzelne Schülerinnen und Schüler werden von mir unterstützt.
Zu Beginn der zweiten Stunde werden die Ergebnisse der Aufgaben 1 und 2 besprochen. Unklarheit herrscht bei Aufgabe 2b: Wie soll ich „aus mathematischer Sicht beschreiben, unter welchen Bedingungen Werte in einem Diagramm durch eine Linie verbunden werden dürfen? An Zuordnungsbeispielen wie „Der Anzahl der gewünschten Äpfel wird der jeweilige Kaufpreis zugeordnet und „Dem Gewicht des Käses wird der jeweilige Kaufpreis zugeordnet habe ich den Unterschied verdeutlicht. Bei der Bearbeitung der Aufgabe 3 (Veranschaulichung von Trinkwassermengen) wird es im Klassenraum lebendig. Auf unterschiedliche Weise wird mit dem Geodreieck oder einem DIN-A4-Blatt die Größe des Schultisches und mit dem Zollstock oder dem Tafellineal die Größe des Klassenraums ausgemessen.
Aufgrund der fehlenden Vorerfahrungen, haben die Lernenden bei den Aufgaben 4b) und 5d) einen größeren Redebedarf. Etwa in der Mitte der dritten Stunde werden die Aufgaben 3 bis 5 im Plenum besprochen.
Was bringen die Aufgaben?
Die Aufgabenumgebung im Sachkontext Trinkwasserverbrauch ist geeignet zur Wiederholung der mathematischen Inhalte und Kompetenzen: Prozentwert, Prozentsatz, Grundwert berechnen; Umrechnung von Volumeneinheiten; Informationen aus Texten, Tabellen und Diagrammen entnehmen; Informationen z.B. mittels Tabellen strukturiert...

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