11. – 13. Schuljahr

Sabine Castelli

Concept Maps zur gezielten Abiturvorbereitung nutzen

Damit sich Lernende individuell auf das Abitur vorbereiten können, beginne ich schon im ersten Jahr der Oberstufe mit Concept Maps. Diese können dann genutzt werden, um gezielt relevante Inhalte zu wiederholen oder komplexe Aufgaben zu strukturieren.
Concept Maps dienen einer Visualisierung mit klarer Struktur, um Themenbereiche zu überblicken (vgl. Bruder 2010). Während Mind Maps hierarchisch sind, können bei einer Concept Map mehrere Begriffe auf gleicher Ebene verbunden werden, womit nichthierarchische Querverbindungen möglich sind. Mit einer Concept Map werden also die relevanten Aspekte eines Themas aufgeführt und miteinander in Beziehung gesetzt. Sie dient den Lernenden als Mittel zur Gedankenordnung und -reflexion.
Aufbau einer Map
Mapping-Techniken im Allgemeinen dienen dazu, umfangreiche Wissensbestände auf Kernpunkte zu reduzieren, Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Konzepten herzustellen und das erworbene Wissen auf konkrete Aufgabenstellungen anzuwenden (vgl. Renkl/Nückles 2006).
Bei einer Concept Map werden Begriffe und Schlüsselwörter als Knoten in einem Netz aufgefasst, die Beziehungen zwischen den Begriffen sind Verbindungen zwischen den Knoten (vgl. Abb. 1 ). Concept Maps helfen damit, Muster und Strukturen zu untersuchen und zu verstehen und werden so dem erkenntniserzeugenden Aspekt von Mathematik(-unterricht) gerecht.
Concept Maps
zur Themenwiederholung
Concept Maps erlauben eine zusammenfassende Wiederholung von Lerninhalten zu einem Thema sie dienen als Gedächtnisstütze, da meist das gesamte Bild erinnert wird: Das Gedankenkonstrukt eines Themas wird sichtbar und ermöglicht es, alle Aspekte auf einen Blick fassbar zu machen. Dies ist hilfreich zur Vorbereitung auf Prüfungen. Kenntnisse und Vorstellungen, Begriffe und Begriffsverknüpfungen zu einem Thema stehen im Vordergrund. Die Concept Map bildet also das zu einem Zeitpunkt vorhandene Wissen ab, zeigt aber auch Fehlkonzepte, zu einem bestimmten Themenbereich.
Im Entstehungsprozess einer Concept Map zeigt sich: Wer selbstständig Verknüpfungen und Erweiterungen eines Themas findet, hat den Kerngedanken gut verstanden. Die Concept Map in Abb.1 ist etwa zwei Monate nach der Unterrichtseinheit entstanden. Wie sich gut erkennen lässt, haben die Lernenden das Thema in seinem gesamten Zusammenhang gut verstanden und sind geübt im Erstellen einer Concept Map.
als individuelle Wissensnetze
Mit dem Erstellen einer Concept Map entstehen individuelle Wissensnetze. Die Methode des Concept Mappings passt sich der Funktionsweise des Gehirns an, denn Gedanken folgen keinem geradlinig logischen Weg. Wissen wird als vernetztes System eng zusammenhängender Begriffe gesehen wie eine Concept Map.
Grundsätzlich sorgen individuelle selbst erstellte Visualisierungen für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Inhalt. Die Visualisierung entlastet das Vorstellungsvermögen und sorgt zugleich in Form „logischer Bilder (Nückles u.a. 2004) dafür, dass Wissen länger zur Verfügung steht. Zudem fördert Concept Mapping reflexives Denken, da Begriffe verbunden und wieder separiert werden, falls die Beziehung nicht schlüssig erscheint (Novak/Gowin 1984).
zur Aufgabenbearbeitung
Aufgaben mit einem realitätsnahen Sachkontext sind komplex und schwierig zu erlernen (wie auch zu unterrichten). Ein Hauptgrund liegt in den sprachlichen Strukturen, die ein Filtern relevanter Informationen, die korrekte Vernetzung der Zusammenhänge sowie die Übertragung auf ein angemessenes mathematisches Modell verlangen. Neben der Nutzung einer Concept Map zur Themenwiederholung arbeite ich deshalb von Beginn an auch damit, Concept Maps zur Strukturierung komplexer Aufgaben zu nutzen. Die Methode des Concept Mappings lässt sich durch die schematische Anordnung von Begriffen und ihrer Verbindungen als Strukturierungshilfe von Texten generell einsetzen. Gerade bei...

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