Pinnwand mit Polaroids der Herausgeber der Zeitschrift Hans-Georg Weigand, Lars Holzäpfel, Bärbel Barzel, Wilfried Herget, Regina Bruder, Johanna Heitzer, Jürgen Roth, Rudolf vom Hofe
Lust auf Wissen

Warum wir "mathematik lehren" machen

Ob es die ersten Stunden allein vor der Klasse sind oder mal wieder ein Thema, bei dem Schülerinnen und Schüler um Verständnis ringen – Mathematikunterricht steckt voller Herausforderungen, nicht nur auf fachlicher Ebene. Worauf kommt es wirklich an? Wer seinen Unterricht differenziert, aktivierend, motivierend und kompetenzorientiert gestalten will, hat alle Hände voll zu tun. Hier die richtigen Schwerpunkte zu setzten – dabei möchten wir Sie unterstützen. Mit Konzepten und Materialien, die gut durchdacht und in der Praxis erprobt sind. Viel Freude beim Lesen und Lehren!

mathematik lehren in Zahlen

1983

haben 5 Herausgeber
die erste Ausgabe
"Rechnen" getauft.

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205

Hefte haben das Unterrichten schöner gemacht.

Unsere Herausgeber 💙 Mathematik

Bärbel Barzel

Mathematik ist nicht nur bedeutsam, sondern vor allem spannend und faszinierend. Dies weiterzugeben und nach guten Wegen fürs Lehren und Lehren zu suchen, hat mich stets getragen. Schlüsselerlebnis war in meinem Referendariat, als Lernende mit Hilfe von Computeralgebra selbstständig Strukturen in Termen und Graphen gesucht und so die Taylorsche Formel selbst aufgestellt haben. Dieses Zusammenspiel von Medien mit Aufgaben, die zum kreativen und eigenständigen Mathematik treiben herausfordern und noch den Sinn von Mathematik nahebringen, weckt noch heute meine Leidenschaft. Den Spaß erlebe ich nicht nur für mich alleine, sondern vor allem im Austausch mit anderen, den ich stets als großen Gewinn erlebt habe – als Lehrerin, Ausbilderin am Seminar, Dozentin an der Hochschule und Forscherin. Die Herausgeberrunde von mathematik lehren und die Arbeit als Schulbuch-Herausgeberin waren dabei wichtige Kooperationen mit dem Ziel, Erfahrungen weiterzugeben und Forschungserkenntnisse in der Praxis umzusetzen. Meine Überzeugung ist, dass sich Innovationen nur gemeinsam entfalten können und nur dann, wenn wir offen sind, unsere Routinen und Vorstellungen weiter zu entwickeln – das ist manchmal mühsam, immer wertvoll und vor allem gemeinsam großer Spaß!

Wilfried Herget

Es ist über 30 Jahre her, auf einer Lehrertagung, als ich das erste Heft der Zeitschrift mathematik lehren in der Hand hielt. Neugierig blätterte ich darin – ja, genau, so wünschte ich mir eine solche Zeitschrift! Interessante Ideen für meinen Unterricht am Gymnasium und angemessen kurze, überzeugende didaktische Überlegungen, geeignet auch für meine Lehramtsstudierenden damals an der TU Clausthal. In der Mittagspause lernte ich eine junge Kollegin kennen. Wir hatten beide bei denselben Professoren studiert, mit nur ein paar Jahren Unterschied. Sie war es, die nach dem anregenden Austausch über unsere Unterrichtserfahrungen meinte: „Das musst du doch mal aufschreiben!“ Schmunzelnd gab ich zurück: „Du aber auch!“ – Jedenfalls, ein ausgezeichneter Anstoß. Zehn Jahre später dann die Anfrage vom Friedrich Verlag, ob ich vielleicht als Mitherausgeber … Ich freute mich sehr, krempelte die Ärmel hoch – und telefonierte erst einmal mit der Kollegin. Die Telefonate gibt es immer noch, und alle paar Wochen werden immer noch die Ärmel hochgekrempelt – für Die etwas andere Aufgabe und für mathematik lehren.

Hans-Georg Weigand

Ist die Mathematik erfunden oder wird sie entdeckt? Diese Frage beschäftigt mich schon seit Schulzeiten. Natürlich wird sie entdeckt, da sind doch 5 Geschwister, 3 Kühe auf der Weide und 20 Faschingskrapfen in der Bäckerei. Doch dann zögere ich, wie ist es mit der Zahl 1,873? Wie messe ich das? Und zwar ganz exakt? Und wie ist das bei den Zahlen √2 oder π? Sind das überhaupt Zahlen? Wie viele Stellen kann ich auf dem Rechner darstellen? 15, 1000, 1.000.000? Aber trotzdem soll es angeblich immer noch weitere sich nicht wiederholende Ziffern geben. Woher weiß ich das, wie kann ich das begründen? Und damit sind wir schon in einer Welt angelangt, die Fragen stellt – oder besser, die Fragen herausfordert. So war das ehemals auch bei Thales und Platon und Euklid und Pythagoras und Zenon und seiner Schildkröte. 
Anderen etwas von der Faszination einer rein gedanklich konstruierten Welt zeigen zu können, die aber dann doch auf wundersame Weise wieder mit unserer uns umgebenden Welt in Beziehung steht, das war schon immer mein Wunsch. Es ist die Welt, die aber einen völlig neuen Glanz erhält, wenn sie mit der mathematischen Brille betrachtet wird. Dann lassen bereits zwei in Sand gezeichnete Striche etwas von einer Unendlichkeit erahnen, die dann aber schon wieder über die Welt hinausweist. Faszination hervorrufen durch mathematik lehren

Johanna Heitzer

„Nicht das Experiment ist der Mathematik verboten, sondern das Stehenbleiben beim Experiment.“ Was mich an Mathematik begeistert, fand ich in einem 80 Jahre alten populärwissenschaftlichen Sachbuch von Egmont Colerus auf den Punkt gebracht: Man darf entdecken, ausprobieren und vermuten, geht aber wo immer möglich auch den Schritt zur größtmöglichen Verallgemeinerung und lückenlosen Begründung. Das hat mich über die eigene Schulzeit und die zwölfjährige Unterrichtstätigkeit bis zur heutigen Professur für Didaktik der Mathematik begleitet. Durch die Mitwirkung an mathematik lehren kann ich höchst angenehme, weiterbildende Teamarbeit mit dem Ziel kombinieren, Lehrkräften immer wieder neue Impulse für ihren Mathematikunterricht zu geben. Wenn diese dabei erstens mit Vergnügen lesen, zweitens selbst etwas über ihre Wissenschaft lernen, das sie noch nicht oder nicht mehr wussten, und drittens recht unmittelbar zur Umsetzung im Unterricht geneigt und in der Lage sind, komme ich meinem Ideal nah.

Lars Holzäpfel

Die Mathematik ist spannend – da kann man viel entdecken! Ich freue mich sehr, wenn ich in den Augen der Kinder Begeisterung sehe, wenn sie ganz vertieft an einem mathematischen Problem arbeiten und dabei die Genialität und Ästhetik dieses Faches erleben. Genau das hat mich bewegt, meine mehrjährigen unterrichtlichen Erfahrungen aus der Praxis zu reflektieren und das Lernen von Mathematik näher zu untersuchen.

Schrecklich finde ich, wenn ich immer wieder lese, dass Kinder Angst vor dem Mathematikunterricht haben oder diesen als sinnlos empfinden! Mich begeistern Lehrkräfte, denen es gelingt, Kinder für das Fach zu gewinnen; die einen lebendigen Unterricht gestalten, in dem kreativ und mit Freude gearbeitet wird – und in dem man Spaß hat und auch einmal lachen kann! Mit meiner Tätigkeit bei mathematik lehren möchte ich einen Beitrag dazu leisten, gute Ideen systematisch aufzubereiten und so weiterzugeben, dass es auch für andere ein Gewinn ist; ganz nach dem Motto „tue Gutes und rede darüber“.

Regina Bruder

Ich schaue gerne mit der „Mathebrille“ auf der Nase in die Welt und gebe diese Idee auch sehr gerne an meine Lehramtsstudierenden weiter. Mathematik ist für mich die Welt der Muster in einem allgemeinen Sinne. Ab der fünften Klasse habe ich an Mathematikarbeitsgemeinschaften und recht erfolgreich an Mathematik-Olympiaden teilgenommen. Mein Interesse an der Mathematik selbst (Zahlentheorie, Problemlösestrategien), aber auch an ihren Anwendungen sowie an philosophischen Fragen (Erkenntnistheorie) und später besonders an der Lernpsychologie führten mit dem Lehramtsstudium zu einem großen Interesse an fachdidaktischen Fragestellungen, die aber immer auch sehr eng mit der Unterrichtsrealität verknüpft waren. Schließlich war ich über 10 Jahre auch mit Begeisterung Vollzeitlehrkraft für Mathematik und Physik!

Meine inzwischen schon langjährige Mitarbeit im Herausgeberteam von mathematik lehren sehe ich als große Chance, um fachdidaktische Entwicklungs- und Forschungsergebnisse so aufzubereiten, dass sie zur Weiterentwicklung des Mathematikunterrichts und zur Unterstützung engagierter Lehrkräfte beitragen können. Hierbei ist mir ein ganzheitlicher Blick auf den Unterricht besonders wichtig. 
 

Rudolf vom Hofe

Rudolf vom Hofe arbeitete zehn Jahre als Lehrer an einem Gymnasium in Hessen, promovierte anschließend zu Grundvorstellungen und habilitierte sich zum Thema computergestützten Analysisunterricht. Als Professor für Didaktik der Mathematik am Institut für Didaktik der Mathematik der Universität Bielefeld arbeitet er auf den Gebieten empirische Unterrichtsforschung, Grundvorstellungen mathematischer Inhalte, mathematische Kompetenzentwicklung im Bereich der Sekundarstufe, Entwicklung von Lehr- und Lernkonzepten und Materialien sowie zur Diagnostik und individuellen Förderung. Er warVorsitzender der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik und ist seit 1998 Mitherausgeber von mathematik lehren.

Jürgen Roth

Jürgen Roth unterrichtete sechs Jahre an bayerischen Gymnasien, hat Mathematik-Wettbewerbe mitorganisiert und regelmäßig Lehrerfortbildungen durchgeführt. Er leitet Lehrerarbeitskreise, die Lernumgebungen mit Computereinsatz entwickeln. Als Professor für Mathematik und ihre Didaktik an der Universität Koblenz-Landau am Campus Landau arbeitet er zu den Schwerpunkten Bewegliches Denken, Vernetzung von Geometrie und Algebra, Wechselspiel gegenständlicher und computergestützter Medien, Schülerlabor „Mathe ist mehr“, Konzepte und Materialien zum konstruktiven Umgang mit Heterogenität. Seit 2012 ist er Mitherausgeber von mathematik lehren.

Die Redaktion

Anne Hilgers

In meine Rolle als Redakteurin bei mathematik lehren bin ich irgendwie hineingewachsen. Während meines Lehramtsstudiums lernte ich Heinrich Winter als inspirierenden Dozenten kennen – ohne von seiner besonderen Bedeutung für die Fachdidaktik oder seiner Rolle als einer der „Gründerväter“ der Zeitschrift mathematik lehren zu ahnen. Erst im Referendariat lernte ich seine Publikationen kennen – und erlebte, welch eine Hilfe und Orientierung die Zeitschrift bieten kann: Schnell einen Überblick gewinnen – ohne ein dickes Fachbuch zu wälzen – und konkrete Aufgaben, die wirkliche Denkprozesse angeregen.

Ich stehe immer noch gelegentlich vor Klassen, unterrichte selbst oder gebe Unterrichtsfeedback. Davon profitiere ich als Redakteurin. Ich genieße die Zusammenarbeit im Autorenkreis und der Herausgeberrunde sowie den Austausch mit engagierten Lehrerinnen und Lehrern. Es wird nicht langweilig: Für jede Ausgabe kann ich mich in ein neues Thema vertiefen, an Texten und Aufgaben feilen, Illustrationen und Titelbilder mitgestalten (meine aktuellen Lieblingsmotive sind die von Heft 191 und Heft 200). Und jetzt der Schritt in die digitale Welt. Es bleibt spannend! 

Zwei Hände tippen auf einer Notebook-Tastatur

Arbeiten Sie mit!

Möchten Sie die Zeitschrift mitgestalten und haben Sie eine interessante Unterrichtseinheit entwickelt und erprobt? Oder ein Spiel, eine besondere Aufgabenidee, eine kleine Anregung für die Ideenkiste oder für Die etwas andere Aufgabe? Dann schreiben Sie uns! Die in der Vorschau mit * gekennzeichneten Hefte sind noch offen für unterrichtspraktische Beiträge.

Bitte senden Sie Ihre Vorschläge zeitnah an:


Redaktion mathematik lehren
Friedrich Verlag
Postfach 100150
30917 Seelze

redaktion.ml(at)friedrich-verlag.de

Schulterblick vom Berg aus auf eine Großstadt

Vorschau

  • Weil Sprache zählt
    Herausgegeben von Andreas Büchter, Susanne Prediger, Lena Wessel
  • Wie Modellieren gelingt
    Herausgegeben von Gilbert Greefrath, Stanislaw Schukajlow
  • Irrational
    Herausgegeben von Hans-Georg Weigand
  • Mathe digital: Lernspiele und mehr*
    Herausgegeben von Ulrich Kortenkamp, Rudolf vom Hofe
  • Messen
    Herausgegeben von Andreas Büchter, Lars Holzäpfel
  • Strategien
    Herausgegeben von Benjamin Rott, Raja Herold-Blasius