Portfolio: Schlaf und MatheAusgeschlafen?!

Auch wenn es Jugendliche nicht gern hören: Genügend Schlaf ist wichtig für die Gesundheit, das gilt sogar im Urlaub. Und rund um das Thema Schlaf lassen sich in der 5. und 6. Klasse gehaltvolle Sachaufgaben stellen – ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Schlafende Katzen

Foto: luxstorm/Pixabay CC0 Creative Commons

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Jeder tut es – mehrmals in der Woche, viele Stunden lang: Schlafen. Die richtige Dosis Schlaf gehört zu den wichtigsten Faktoren körperlicher Gesundheit und seelischer Ausgeglichenheit. Zu wenig Schlaf macht reizbar und unkonzentriert, zu viel Schlaf schadet dem Stoffwechsel und kann depressiv machen. Schlafen ist für jeden mit persönlichen Erfahrungen und positiven wie negativen Emotionen verbunden. Diese beleben den mathematischen Blick auf Informationen und Zusammenhänge rund um dieses alltägliche und doch lebenswichtige Thema. Fragen zum Schlaf führen in vieler Hinsicht auf Zahlen und Daten. Dabei können der Umgang mit Größen und die Darstellung statistischer Daten geübt werden. Im Unterricht sollte das Thema Schlaf positiv, konstruktiv und sachlich behandelt werden. Dabei ist nicht zu vergessen: Schlaf ist eine ausgesprochen private Sache und kann für einzelne auch mit Erfahrungen von Angst oder Kontrollverlust verbunden sein.

Ein Portfolio zu „Schlaf und Mathematik" erstellen

Als Einstieg in das Thema kann ein interessantes Foto dienen oder der Tafelanschrieb: Hundertjähriger verschlief 250000 Stunden seines Lebens! Dies führt erfahrungsgemäß schon zu lebhaften Diskussionen, die behutsam in ein zielgerichetes Arbeiten gelenkt werden können. Das Ziel der Unterrichtsreihe kann ein erstes eigenes Portfolio zum Thema „Schlaf und Mathematik“ sein. Dazu wird geklärt, was wir unter „Portfolio“ verstehen wollen, und es gibt einige methodische und inhaltliche Vorgaben. Um Ideen für die Portfolios zu entwickeln, sammeln wir zunächst im Plenum Fragen rund um den Schlaf. Dabei tauchen sicher auch Fragen auf, die uns „einfach nur interessieren“:

  • Wie viel schläft man (am Tag, im Jahr)? Wie viel schlafen Tiere?
  • Was hilft, wenn man nicht gut einschlafen kann? Unter welchen Bedingungen ist Schlaf besonders erholsam?
  • Wie wirkt sich zu wenig / zu viel Schlaf aus? Ist es wichtig, wann man schläft?
  • Was passiert im Schlaf mit Körper und Geist? Warum schlafen Tiere und Menschen?
  • Welche Formen von Schlaf gibt es?
  • Warum träumen Menschen? Woher kommen und was bedeuten Träume? Träumen auch Tiere?
  • Von wann bis wann schläfst du üblicherweise vor Schul- und vor Wochenendtagen? Entspricht das deinen Bedürfnissen?
  • Wenn du schon einmal sehr unausgeschlafen warst: Wie äußert sich das? Und bei deinen Eltern?
  • Kennst du jemanden, der öfter nachts arbeiten muss? Wie kommt er oder sie damit zurecht?
  • Wie ist das auf Reisen (Jetlag) …

Anschließend wählt jede Gruppe die Frage(n) aus, denen sie besonders nachgehen und die sie zum Gegenstand ihres Portfolios machen möchte. Als zweck- und zielgerichtete Auswahl eigener Arbeiten zu einem Thema lassen Portfolios Raum für kreatives und entdeckendes Arbeiten, wirken binnen-differenzierend und motivieren viele zu  sorgfältiger, liebevoller Arbeit. Praktikabel für die Unterstufe ist etwa die folgende Beschreibung: „Ein Protfolio ist eine Mappe mit 5 bis 10 selbst gestalteten Seiten, die durch Texte, Rechnungen, Zeichnungen und Bilder einen möglichste guten Einblick in eure Arbeit geben."

Informationen beschaffen

Zur Informationsbeschaffung gibt es im Wesentlichen drei Wege, die zusammen mit den Ergebnissen dokumentiert werden sollten: 

  1. Personen fragen, die es wissen könnten (Biologie-Lehrkräfte, Medizinier, ...)
  2. Gezielt in Büchern, Zeitschriften oder dem Internet suchen
  3. Eigene Daten nutzen (in der Gruppe gesammelt oder gezielt neu erhoben)

Abschließend wird verglichen, was die Gruppe herausgefunden hat und wie es mit den Anfangsüberlegungen zusammenpasst. Dann wird ausgewählt, was tatsächlich in das Protfolio kommt. 

Fächerverbindend und ganzheitlich

Die Schlaf-Portfolios können in Klasse 5/6 vom Wissen aus anderen Fächern profitieren: In Biologie wird der menschliche Körper mit seinen wesentlichen Funktionen und Grundbedürfnissen behandelt. Das gleiche gilt für Haus- und Nutztiere; speziell stehen Phänomene wie Winterschlaf und Winterstarre auf dem Programm. Oft werden auch Sonderfälle wie das abwechselnde Schlafen der Gehirnhälften (Delphine) oder ‚Sekundenschlaf‘ bei manchen Beutetieren (Erdmännchen) angesprochen. Die Entstehung der Tages- und Jahreszeiten, die Auf- und Untergangszeiten der Gestirne und die Mondphasen sind Thema in Physik und Erdkunde; unterschiedliche Lebensbedingungen und -gewohnheiten in verschiedenen Erdteilen und Kulturkreisen kommen in Erdkunde zur Sprache. Außerdem stehen die Chancen gut, das Thema nicht nur kognitiv, sondern zugleich „mit Herz und Hand“ erfahren zu lassen: In der 5. und 6. Klasse werden oft Methodenkompetenzen rund um das „Lernen Lernen“ thematisiert. Dabei kommt der Schlaf in Zusammenhang mit der Konzentrationsfähigkeit und guten Lern- bzw. Hausaufgabenzeiten zur Sprache. An manchen Schulen werden Konzentrations- und Entspannungsübungen vermittelt, die auch vor dem Einschlafen guttun können.

Arbeitsblatt zum Download

Literatur

Der Beitrag basiert auf einem Artikel von Johanna Heitzer "Schlaf: wie gut, wie tief, wie lange?" in mathematik lehren, Heft 175, S. 9-13.

Gut aufbereitete Informationen zum Schlaf finden sich auf der Internetseite von Quarks & Co.

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) befasst sich mit der Erforschung des Schlafes und seiner Störungen und stellt verschiedene kostenfreie Publikationen und Fachinformationen bereit.

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